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gesundheit-heute.de » Krankheiten | Therapie » Magen und Darm » Erkrankungen des Magens und des Zwölffingerdarms

Künstliche Ernährung



Oft treten nach Magenoperationen Komplikationen auf, die dem Patienten die normale Nahrungsaufnahme unmöglich machen. Dann ist der Patient vollständig oder ergänzend auf künstliche Ernährung angewiesen. Hierzu legt der Arzt eine PEJ- oder eine PEG-Sonde, über die Nahrung in den Magen und Darm gelangt.

Nur wenn die Ernährungslücke voraussichtlich nur wenige Tage besteht, legt der Arzt eine leichter applizierbare Nasensonde oder führt den Mindestbedarf an Flüssigkeit, Kalorien und Eiweiß über Infusionen zu (parenterale Ernährung).

Die ethischen Probleme bei fehlender Einwilligungsmöglichkeit des Betroffenen zur künstlichen Ernährung sind Thema des Kapitels Alter und Palliativmedizin.

Enterale Ernährung

Jede Form von Nahrung, die über den Verdauungstrakt gegeben wird, hat zunächst den Vorteil, dass – im Gegensatz zur parenteralen Ernährung – kein Zugang über die Venen erforderlich ist, der wegen der drohenden Infektionsgefahr sehr sorgfältig gepflegt werden muss. Genauso wichtig ist, dass die Darmflora erhalten bleibt und der Darm weiterhin aktiv ist. Auch wird die Selbstregulation des Körpers bei der Aufnahme (Resorption) der Nährstoffe in den Darm weiter genutzt, was die enterale Ernährung wesentlich sicherer und risikoärmer macht als die parenterale.

Verwendet werden industriell hergestellte breiförmige Fertigmischungen, deren Zusammensetzung in Abhängigkeit vom individuellen Bedarf und der Grunderkrankung gewählt wird. Ist die Verdauungstätigkeit des Darms nur wenig eingeschränkt, werden Nährstoffgemische gegeben, die noch verdaut werden müssen. Die unter dem Begriff Astronautenkost bekannten Diäten enthalten dagegen bereits fertig aufgespaltene Nährstoffe, die ohne weitere Verdauungstätigkeit über die Dünndarmwand aufgenommen werden.

Ernährungssonden. Die nasale Ernährungssonde wird über die Nase entweder bis in den Magen (nasogastrale Sonde), bis in den Zwölffingerdarm (nasoduodenale Sonde) oder bis in den Dünndarm (nasojejunale Sonde) gelegt. Ernährungssonden, die bis in den Zwölffingerdarm oder Dünndarm reichen, legt der Arzt vor allem bei bewusstlosen Patienten. Bei ihnen droht Erstickungsgefahr, wenn die Nahrung aus dem Magen in die Speiseröhre zurückfließt und von dort in die Luftröhre gelangt. Da der Magen als Nahrungsspeicher fehlt, wird die Nahrung kontinuierlich über eine Ernährungspumpe gegeben. Es kommt vor, dass Nase und Rachen gereizt reagieren; manche Patienten entwickeln auch eine Refluxkrankheit oder bekommen entzündete Druckstellen. Als Langzeitlösung ist eine nasale Sonde deshalb nicht geeignet.

Die PEG-Sonde(perkutan-endoskopische Gastrostomie) ist die bevorzugte Lösung, wenn der Patient über einen langen Zeitraum per Sonde ernährt werden soll. Dazu wird bei einer Gastroskopie der Magen von innen nach außen durch die Bauchdecke hindurch punktiert; die Sonde wird in den Magen eingeführt und mit einer Andruckplatte von innen und außen befestigt. Bei Patienten mit Bewusstseinsstörungen wird die Sonde bis in den Zwölffingerdarm verlängert, damit zurückfließende Nahrungsbestandteile nicht in die Lunge gelangen können.

Bei der PEJ-Sonde(perkutan-endoskopische Jejunostomie) wird die Sonde direkt von außen in den oberen Dünndarm (Jejunum) eingeführt. 24 Stunden nach dem Legen der Sonde beginnt der Kostaufbau mit Tee und Schonkost.

Die Vor- und Zubereitung der Sondenkost sowie die Festlegung der Portionsgrößen erfordern Übung und Erfahrung, denn nicht immer vertragen die Patienten die Sondenernährung gut. Vor allem, wenn die Kost zu schnell oder zu kalt eingeflösst wird, können Erbrechen, Durchfälle oder Bauchschmerzen auftreten. Auch das Schlucken muss neu gelernt werden, wozu sich kleine Portionsgröße am besten eignen.

 


25.07.2008 | Von: gesundheit-heute.de; Dr. med. Arne Schäffler, Dr. Bernadette Andre-Wallis


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